In der Parodontologie, einem Teilbereich der Zahnmedizin, geht es um die Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen des Parodonts, des Zahnhalteapparats. Die häufigste und schwerwiegendste Erkrankung ist dabei die Parodontitis (auch Parodontose genannt). Sie kann unbehandelt im schlimmsten Fall zum Verlust von Zähnen führen.
Wie entwickelt sich eine Parodontitis (Parodontose)?
Der Zahnhalteapparat besteht aus dem Zahnfach, Haltefasern, dem Zahnzement (der Oberfläche der Wurzeln) und dem Zahnfleisch. Im gesunden Zustand verankern sie unsere Zähne sicher und fest im Kiefer. Durch Bakterien in Zahnbelägen kann sich das Zahnfleisch entzünden – man spricht von einer oberflächlichen Zahnfleischentzündung, werden die Zahnbeläge vollständig entfernt – und damit auch der Großteil der Bakterien , so heilt diese Entzündung vollständig in 3-4 Wochen aus .
Schreitet man hier nicht ein, geht diese Entzündung in den Knochen über, der den Zahn umgibt. Dieser Knochen baut sich ab und es hat sich eine Parodontitis (Parodontose) entwickelt. Zwischen Zahnfleisch und Zahn entsteht sich dabei ein Spalt, eine „Zahnfleischtasche“. Bakterienbeläge in diesen Taschen kann der Patient nicht mehr selbst entfernen. Unbehandelt kann die Entzündung zum Verlust des Zahnes führen. Weitere Schrittmacher zur Entwicklung dieser Zahhnbetterkrankung sind Rauchen , ungesunde Lebensführung, Stress, auch gewisse allgemeinmedizinische chronische Krankheiten.
Außerdem ist wissenschaftlich bewiesen, dass eine Parodontitis (Parodontose) einhergeht mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt, und, wichtig für werdende Mütter, für Frühgeburt.
Dies kann man vermeiden: Lassen Sie Ihre Zähne und Ihr Zahnfleisch regelmäßig kontrollieren. Denn: Die beste Behandlung ist die Vorbeugung (Prophylaxe) vor einer Parodontitis. Doch selbst, wenn Sie daran erkrankt sind, können wir einiges für Sie tun. Mit einer umfassenden Behandlung und einer guten, darauf abgestimmten Mundhygiene kann die Parodontitis meist aufgehalten oder geheilt werden. Dabei werden heute vorwiegend schonende, minimalinvasive Verfahren eingesetzt. Nur noch selten ist ein chirurgisches Vorgehen notwendig.
Die Parodontologie in unserer Praxis
Dr. Börsting ist ein spezialisierter Parodontologe. Sein Wissen und seine Erfahrung hat er durch die 2005 erfolgreich abgeschlossene Weiterbildung „Curriculum Parodontologie“ der „Deutschen Gesellschaft für Parodontologie“ (der größten deutschen Fachgesellschaft) vertieft. Seit dem erfolgreichen Abschluss im März 2005 ist er von der „DGP“ im Fach der Parodontologie zertifiziert. Im Folgenden erklären wir Ihnen, wie eine Parodontalbehandlung in unserer Praxis abläuft:
|
|
Während Ihrer üblichen Kontrolltermine in unserer Praxis überprüfen wir nicht nur die Gesundheit Ihrer Zähne, sondern auch von Zahnfleisch und Zahnbett. Wir erheben dazu den PSI-Index oder einen Parodontalstatus. Um all diese Erkrankungen zu vermeiden, empfehlen wir Ihnen regelmäßige, professionelle Zahnreinigungen und zeigen Ihnen gerne, worauf Sie bei Ihrer häuslichen Zahnpflege verstärkt achten sollten. Sie selbst haben festgestellt, dass Ihr + Zahnfleisch blutet, geschwollen oder gerötet ist, + Sie unter Mundgeruch leiden? + Ihre Zähne sich gelockert anfühlen? Bitte vereinbaren Sie einen Termin, damit wir der Ursache auf den Grund gehen können.
Stellen wir fest, dass Sie unter einer akuten Parodontitis leiden, ergreifen wir weitere Maßnahmen: Bei der Parodontitisbehandlung reinigen wir die erkrankte Zahnfleischtasche und die Wurzeloberflächen von allen bakteriellen Belägen. Falls notwendig, entfernen wir das erkrankte Gewebe in den Zahnfleischtaschen. Anschließend spülen wir diese Taschen mit desinfizierenden Lösungen. In der Regel reicht dieses Vorgehen bereits aus, nur in seltenen Fällen müssen wir eine chirurgische Behandlung durchführen.
Bei einem Verdacht auf eine aggressive Form der Parodontitis führen wir eine mikrobiologische Untersuchung durch. Dabei wird mit einer sterilen Papierspitze eine Keimprobe aus den Zahnfleischtaschen entnommen. Dies geht sehr schnell und ist für Sie vollkommen schmerzlos. Im Labor wird bestimmt, welche Keime vorwiegend in den Zahnfleischtaschen vorkommen, die so genannten Leit- oder Markerkeime. Zwar kann eine Vielzahl an Keimen zu Entzündungen und letztendlich einer Parodontitis führen. Bei den meisten reichen allerdings schon eine gute Mundhygiene, regelmäßige professionelle Zahnreinigungen und gegebenenfalls eine weitergehende Parodontalbehandlung aus, um die Erkrankung zu vermeiden bzw. zum Abklingen zu bringen. Einige ungünstige Keime hingegen lassen sich durch diese Maßnahmen allein nicht aufhalten und führen zu einem schnellen Fortschreiten der Erkrankung, einer aggressiven Parodontitis. Stellen wir fest, dass diese vorherrschen, richten wir unsere Therapie daran aus, beispielsweise mit einer anschließenden begleitenden Antibiotika-Therapie. Gegebenfalls kommen weitere - in der Regel örtlich anzuwendende - Maßnahmen in Betracht : etwa die Anwendung von Ozon oder Lasertherapien.
Die Parodontitis ist eine chronische Erkrankung, d. h. sie kann immer wieder auftreten. Ihre eigene, sorgfältige Mundhygiene zu Hause ist daher sehr wichtig, aber alleine nicht ausreichend. Wir erklären Ihnen, worauf Sie achten sollten und zeigen Ihnen welche Pflege speziell für Ihre Zähne die beste ist. Es gibt aber immer Stellen zwischen den Zähnen und an den Innenflächen, die für Sie sehr schwer zu erreichen sind. Hier siedeln sich wieder neue Bakterien an. Wenn diese nicht regelmäßig entfernt werden, geht von dort aus die Parodontitis (Parodontose) erneut los. Deswegen empfehlen wir Ihnen regelmäßige professionelle Zahnreinigungen. Sie schützen effektiv vor Entzündungen von Zahnfleisch und Zahnbett. Diese sollten übrigens prophylaktisch auch dann durchgeführt, wenn keine Zahnfleischentzündung oder Parodontitis (Parodontose) vorliegen, damit Ihre Zähne und Zahnfleisch möglichst ein Leben lang gesund bleiben.
|